Meine 6 Prinzipien beim Wildcampen

In den meisten europäischen Ländern ist wildes Zelten verboten. So auch in Deutschland. Diese Tatsache hält viele nicht davon ab, es trotzdem zu tun. Mich eingeschlossen. Mit der Zeit haben sich 6 Prinzipien beim Wildcampen entwickelt, die ich in diesem Artikel mit dir teile.

1. Niemals in Naturschutzgebieten zelten

In vielen Ländern wird das Campen innerhalb der Gebiete hart bestraft. Aber das ist nicht der Grund wieso Naturschutzgebiete ausnahmslos respektiert werden sollen. Der Mensch hat der Natur seinen Stempel aufgedrückt, vieles radikal verändert. Naturschutzgebiete sind wertvolle Zonen, in denen die Natur einfach Natur sein kann. Respektiere das!

Was ich schon gemacht hab, ist am Rand bzw. beim Eingangsbereich eines Naturschutzgebietes zu schlafen. Gerade wenn man einige Kilometer durch das Gebiet laufen muss und es schon relativ spät ist, ist das eine Überlegung wert. Hier hat es auch teilweise sanitäre Anlagen und Sitzbänke.

2. Müll mitnehmen

Den eigenen Müll mitnehmen sollte selbstverständlich sein. Wer das nicht macht, soll sich in Grund und Boden schämen. Ich habe mir zusätzlich vorgenommen, meinen Schlafplatz von jeglichem Müll zu befreien. In manchen Schutzhütten kann das schon mal eine Putzaktion von einer halben Stunde sein. Ich sehe es als ein Geben und Nehmen. Ich bekomme einen Schlafplatz und räume dafür auf. Ich versuche für solche Aktionen immer ein paar Tüten oder Müllbeutel dabei zu haben. Um den Müll, inkl. Zigarettenkippen nicht anfassen zu müssen, nutze ich 2 kurze Stöcke, die ich wie chinesische Stäbchen halte.

3. Jägerstände meiden

Ein ganz einfacher Tipp, um die Wahrscheinlichkeit, nachts geweckt zu werden zu verringern. Jäger brauchen Ruhe, damit das Wild nicht vertrieben wird. Wenn du in der Nähe dein Zelt aufschlägst, verärgerst du die Jäger und wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit weggeschickt. Respektiere den Jagdraum und suche dir einen anderen Platz. Sollte es aus irgendeinem Grund nicht anders gehen, zumindest immer mit gutem Abstand hinter einem Jagerstand zelten, damit du nicht im Schussfeld bist.

4. Nicht am Weg zelten

Anfangs habe ich meistens direkt am Wanderweg einen Platz gesucht. Selbst wenn dieser so breit war, dass ein Auto vorbei fahren konnte. Im Laufe der Zeit habe ich mich immer weiter in den Wald getraut. Erstens minimierst du das Risiko, von jemandem erwischt zu werden, der etwas gegen dein wildes Zelten hat. Zweitens erschreckst du niemanden. Häufig zuckten die Gassigeher oder Jogger zusammen, wenn ich sie im Wald sitzend gegrüßt habe. Und drittens ist das Walderlebnis deutlich intensiver.

5. Kein Feuer machen

Feuer zu machen im Wald ist einfach keine gute Idee, wenn es nicht unbedingt sein muss. 2018 gab es in Deutschland 1708 Waldbrände, die Tendenz ist aufgrund der Klimaveränderungen steigend. Auch machst du durch das Licht und den Rauch, der auch in großer Entfernung noch wahrgenommen wird, auf dich aufmerksam. Ein Waldbesitzer wird sicherlich stutzig, wenn er Rauchwolken aus seinem Wald aufsteigen sieht. Nutze für ein Feuer vorgegebene Grillstellen.

6. Spät aufbauen, früh abbauen

Du hast deinen Platz für die Nacht auserkoren. Glückwunsch! Wenn du nicht gerade fernab jeglicher Zivilisation bist, warte mit dem Aufbau deines Zeltes bis zur Dämmerung. Ich wähle davor schon den genauen Platz, da bei Tageslicht Unebenheiten besser erkannt werden. Dasselbe gilt für morgens. Je früher du dein Zelt wieder zusammenpacken kannst, umso besser. Selbst wenn es noch nass ist. In solchen Fällen nutze ich die erste längere Pause, um das Zelt zu trocknen. Du verringerst die Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden deutlich.

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Wanderspirit Patrick Fischer Wanderer


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Als ich im Sommer 2020 einmal durch Deutschland gewandert bin, habe ich beschlossen, mich noch intensiver mit dem Thema Gehen zu beschäftigen. Über Wanderspirit möchte ich dich mit auf den Weg nehmen.

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