EuroVelo6 – Abenteuer Donauradweg in Ungarn

Eine Frau mit Sonnenbrille über der Donau in Budapest

Gastbeitrag:

Christine von chriscrossinggermany.com

Wie komme ich darauf, auf dem Donauradweg in Ungarn entlang zu fahren? Also… Vor ein paar Jahren erfuhr ich von den EuroVelo Radrouten, die Europa von Norden nach Süden oder von Osten nach Westen durchkreuzen, und eine Seite des Kontinents mit der anderen verbinden. 2018 fuhr ich auf der EuroVelo 6, beginnend in Deutschland bis zum Atlantik in Frankreich. Dies gesamte Route führt von Nantes, Frankreich bis zur Mündung der Donau in Konstanza, Rumänien. Die Reise war viel anspruchsvoller als ich erwartet hatte, aber zwei Jahre später wollte ich es erneut versuchen. Diesmal wieder mit Start in Ulm, aber Richtung Osten und nicht alleine, sondern mit meinem Partner. 

Tag 14: Bratislava – Györ (89 km)

Ja, das stimmt: Tag 14. Es waren bereits zwei Wochen auf dem Donauradweg und wir sind gerade in Ungarn angekommen. C und ich haben uns entschieden, statt am Nordufer in der Slowakei am Südufer der Donau in Ungarn zu fahren.

Aber zuerst: Bratislava, Slowakei. Als wir die Hauptstadt verließen, radelten wir noch einmal durch die ganze Stadt, um vom Campingplatz am Flughafen in die Altstadt zu gelangen, wo wir eine kurze Sightseeing-Runde auf unseren Rädern machten. Es wäre schade, die Slowakei so bald zu verlassen, ohne etwas unternommen zu haben. Also hielten wir an, um ein zweites Frühstück in einem Café einzunehmen und den Hauptplatz zu beobachten, bevor wir weiter in Richtung Ungarn fuhren. 

Ungarn

Auf dem Weg folgten wir dem Fluss, machten Umwege wegen Baustellen, und genossen ein Stück Straße, das nur für Fahrräder geeignet war, neben einem Bach. Der Grenzübergang war ziemlich ereignislos, da wir ihn kaum wahrgenommen haben. Ein kleines Schild mit der ungarischen Flagge kündigte unsere Ankunft in unserem vierten Land auf der Reise an.

Zwei Radreisende auf dem Donauradweg in Ungarn
Einfach mal nach Ungarn gefahren. Respekt!

In Rajka, entschieden wir uns die alternative Route zu nehmen, da die Hauptroute parallel zu einer stark befahrene Straße verläuft. Obwohl durch kleine Dörfer, gab es keinen Radweg und die Autos waren sehr schnell auf der schlecht gepflegten Straße. Nach nervenaufreibenden 20 Kilometer, entschlossen wir uns, wieder auf die Hauptroute zu wechseln. Die flache Landschaft und das nieslige Wetter waren nicht viel besser, aber wenigstens gab es einen asphaltierten gut befahrbaren Radweg. 

Györ

Eine Statue auf dem Donauradweg in Ungarn
Nach 89 km haben die beiden das Tagesziel erreicht: Györ

Als wir in Györ ankamen, zelteten wir auf einem liebevoll eingerichteten, kleinen Campingplatz, wo wir die französische Familie wieder trafen, die wir schon auf dem Campingplatz in Wien gesehen hatten. Nachdem wir unser Lager aufgebaut hatten, spazierten wir nach Györ um uns die Stadt anzuschauen. Viele Leute waren unterwegs am einkaufen und Eis essen. Um einen Blick über den Fluss und die Stadt zu haben, stiegen wir auf den Turm des Bischofsschlosses. 

Tag 15: Györ – Korarom (58 km)

Am Morgen suchten wir nach einer Citronella-Kerze, denn die Mücken sind ziemlich unausstehlich. Ohne Glück fuhren wir von Györ aus weiter. Wir folgten der Straße, den Bahngleisen, durch ein Einstraßendorf und einen nicht enden wollenden Hügel hinauf. Den Fluss haben wir nicht mehr gesehen, seit wir die Slowakei verlassen haben. Es könnte nur der graue Himmel sein, aber die Landschaft ist nicht besonders aufregend. 

Matsch und Schlaglöcher

Dann wurde es noch spannender. Der Reiseführer erwähnte, dass die unbefestigte Straße eine Herausforderung sein könnte, wenn es kürzlich geregnet hat. Die Schlaglöcher waren voller Wasser, was es unmöglich machte, ihre Tiefe zu erkennen. Sie waren nicht so tief wie die überfluteten Wege in Bayern in der Woche zuvor, aber es war viel schmutziger und viel länger. In die Pedale zu treten und den Spurrillen und dem dicken Schlamm auszuweichen, war eine anstrengende Arbeit. Ab und zu überraschte mich ein vorbeirauschender Zug auf den parallel verlaufenden Gleisen. Der Dreck endete und es begann eine richtige Straße, die immer noch den Gleisen bis nach Acs folgte, wobei ich unterwegs Zwetschgen von den Bäumen pflückte.

Komárom

Fort Monostor war das erste, was wir sahen, als wir in Komárom ankamen. Wir dachten, wir würden nur einen kurzen Blick darauf werfen, aber am Ende blieben wir über eine Stunde. Die Festung ist riesig und wir konnten durch einen Großteil der Flügel gehen. Ein paar Räume waren so eingerichtet, dass sie die Zeit um 1800 nachahmten. Als wir einige der Räume betraten, begann plötzlich Militärmusik zu spielen.

Eine zugewucherte Festung auf dem Donauradweg in Ungarn
Fort Monostor

Als wir auf eine der Bastionen kletterten, sahen wir extrem dunkle Wolken auf uns zukommen. Wir fragten uns, ob wir das Glück haben würden, den Campingplatz zu erreichen, oder ob wir in einem Wolkenbruch stecken bleiben würden. Im Camp bauten wir so schnell wie möglich alles auf und besuchten dann das in den Campinggebühren enthaltene Spa. Nachdem wir uns im Schwefelmineralwasser erholt hatten, machten wir uns auf den Weg, um ein paar Lebensmittel zu besorgen und die Luft in unseren Reifen aufzupumpen. Wir kamen zurück zum Camp, als der Wind auffrischte und die dunklen Wolken fast direkt über uns waren.

Der Sturm

Eine überdachte Picknickbank in der Nähe unseres Zeltes war perfekt, um mit dem Kochen zu beginnen, auch wenn es zu regnen begann. Das Wasser kochte und ich gab Nudeln in den Topf. Es begann stark zu regnen, und durch den heftigen Wind wurden wir direkt nass. Ein großer Ast fiel neben uns auf den Boden. Dann kam der Hagel. Wir schalteten den Herd aus, ließen unsere Nudeln stehen und gingen in das Hotel neben dem Campingplatz, um Schutz zu suchen, bis der Regen nachließ.

Während wir drinnen warteten, wurde die Straße überflutet. Wir machten uns Sorgen um das Zelt, aber alles, was wir tun konnten, war warten. Nach fast einer Stunde gingen wir in den leichten Regen hinaus, um die Situation zu beurteilen. Wir wateten durch das mehr als knöcheltiefe Wasser, um zu unserem Platz zu gelangen. Ich konnte unser Zelt sehen und es sah nicht gut aus. Es war nach innen gebogen, wo eigentlich ein Bogen hätte sein sollen. Alles, woran ich denken konnte, war der Ast, der neben die Picknickbank gefallen war, und ich hoffte, dass das Zelt nicht das gleiche Schicksal ereilt wurde. 

Das Zelt wurde zum Glück nicht von einem Ast getroffen, sondern vom Wind umgeweht. Leider geschah dies mit unseren Schlafsäcken, Isomatten, und der Kamera darin! Alles war durchnässt. Wir packten die Ausrüstung in meine Fahrradtasche und stellten das Zelt aufrecht hin. 

Die Frau an der Rezeption sagte uns, dass es im Hotel keine Zimmer mehr für die Nacht gäbe, aber sie könne uns das Spielzimmer der Kinder anbieten, um auf dem Boden zu schlafen. Dankbar nahmen wir an. Wir hängten die nassen Sachen im Badezimmer auf. Zum Schlafen zogen wir alle unsere warmen Sachen an und legten uns auf den Teppich, der wie eine Stadt mit Straßen zum Fahren kleiner Spielzeugautos gestaltet war.

Tag 16: Komárom – Esztergom (72 km)

Der größte Teil der Ausrüstung war am Morgen trocken. Es regnete, während wir unser Frühstück zubereiteten und das Zelt zusammenpackten. Als wir uns von der Rezeptionistin verabschiedeten, war sie ebenso entschuldigend wie wir dankbar für die Nacht waren. 

Wir entschieden uns, in Ungarn weiterzuradeln, weil es auf der slowakischen Seite zu Überschwemmungen kommen konnte. Obwohl der ungarische Weg an einer Hauptstraße lag. Wegen des Regens und der stark befahrenen Straße habe ich diesen Streckenabschnitt überhaupt nicht genossen. Ich konzentrierte mich darauf, so nah wie möglich am Straßenrand zu bleiben und dabei die Schlaglöcher zu vermeiden. 

Esztergom

Wir kamen kurz nach Mittag in Esztergom an, als die Sonne herauskam. In der Stadt wanderten wir hinauf, um Ungarns größte Basilika zu sehen. Die Geschichte von Esztergom geht auf die Zeit als römische Stadt zurück. Die Basilika war innen so groß, dass man sich wie im Vatikan fühlte. Wir gingen in die Krypta, sahen das größte Altarfresko der Welt und begannen dann den 400 Stufen langen Aufstieg zur Kuppel. Auf dem Weg nach oben hielten wir an, um die Schatzkammer zu sehen, die gerade für die Öffentlichkeit geöffnet worden war.

Die Aussicht von der Spitze der Basilika war atemberaubend. Es ist die ganze Mühe zu 100% wert. Ich wollte nicht gehen! Ich hätte den ganzen Tag Fotos machen können (was traurig war, ohne unsere Kamera!). Die Sonne schien wunderschön auf die umliegende Landschaft. Wir hatten einen Blick auf die Donau, die sich um die Stadt schlängelte, mit der Slowakei am gegenüberliegenden Ufer und den Bergen rundherum.

Aussicht auf die Donau in Ungarn
Die Aussicht von der Basilika in Esztergom

Da es noch früh war, fuhren wir mit dem Rad zum nächsten Campingplatz außerhalb von Esztergom. Endlich hatten wir einen ausgezeichneten Radweg neben dem Fluss. Die Sonne schien, der Weg war gut, und meine Kleidung war trocken. Was für ein toller Tag zum Radfahren! 

Wir bogen von der Hauptstraße ab und fuhren in Richtung des Flusses, konnten aber den Campingplatz nicht finden. Nachdem wir ein paar Mal „Camping? Camping?“ mit einem fragenden Tonfall zu den Einheimischen gesagt hatten, wiesen sie uns die richtige Richtung. Die Aussicht hier war atemberaubend – Fluss und Berge! 

Wir bauten unser Zelt zum Trocknen auf und sprangen in den Fluss. Es war kalt, aber es fühlte sich fantastisch an, da wir in der Nacht zuvor wegen des Regens nicht zum Duschen gekommen waren. Mosquitos drängten uns in unser Zelt für eine frühe Nacht.  

Tag 17: Dunapart – Budapest (60 km)

Ich wollte schon 1000 Bilder machen, als wir den Campingplatz verließen, weil die Sonne so schön auf die Berge schien. Auf dem Weg lag ein kleines Dorf in der Ebene vor uns und dahinter erhoben sich Berge mit Kirchen auf hohen Hügeln.

Ein sonniger Tag auf dem Donauradweg in Ungarn
Nach dem Sturm kam die Sonne

Visegard

Dann kamen wir in Visegard an, was ein Muss auf dem Weg ist! Wir parkten unsere Fahrräder und begannen die Wanderung hinauf zum Salomonsturm, der unteren Burg und der oberen Burg. Der Weg war sehr steil. Aber die Aussicht vom Gipfel war es wert! Wir sahen auch einige der Ausstellungen in der Burg: ein mittelalterliches Festmahl und Tanz, ein Jagdzimmer, Waffen und die Burggeschichte. Die meiste Zeit verbrachten wir damit, die Aussicht von oben zu genießen. 

Eine Burg auf dem Donauradweg in Ungarn
Die Burg in Visegard

Um nicht zweimal die Fähre nehmen zu müssen, blieben wir auf dem Weg nach Szentendre am Südufer der Donau. Der Radweg kurz vor der Stadt führte durch einen wirklich schönen Park mit Blick auf die Donau den ganzen Weg über. Unsere kurze Runde um Szentendre sagte uns, dass es hübsch, touristisch und spannend war. Wir hätten gerne mehr Zeit damit verbracht, aber wir mussten nach Budapest kommen. 

Eine romantische Altstadt auf dem Donauradweg in Ungarn
Das Zentrum von Szentendre kann sich sehen lassen

Ankunft in Budapest

Auf dem Weg nach Budapest gab es viele Restaurants und Plätze zum Verweilen entlang des Flusses. Es gab sogar einen Abschnitt des nagelneuen Radweges. In Budapest fuhren wir mit unseren Rädern über die Kettenbrücke mit den Löwen und machten uns auf den Weg zum Hotel. 

Wir erledigten profane Dinge wie Wäsche waschen, die Ausrüstung zum Trocknen aufhängen und Zugtickets nach Hause kaufen (für eine Woche später). Dann stillten wir unseren Biker-Hunger, indem wir wie Könige aßen. 

Tag 18: Budapest Ruhetag

Heute war ein Ruhetag, um die Stadt zu genießen. Wir sind viel gelaufen, aber nicht in die Pedale getreten. Zuerst sind wir zur Burg, zur Nationalgalerie und zur Fisherman’s Bastei auf der Buda-Seite gewandert. Dann machten wir einen Free Walking Tour durch das jüdische Viertel auf der Pester Seite. Sie dauerte fast drei Stunden, aber wir hatten eine ausgezeichnete Zeit und lernten so viel über Budapest.

Kettenbrücke in Budapest auf dem Donauradweg in Ungarn
Die berühmte Kettenbrücke in Budapest

Tag 19: Budapest – Dunaföldvar (104 km)

Es dauerte eine Weile, aus Budapest herauszukommen, aber die Beschilderung war ziemlich gut und es gab überwiegend Radwege. Die meiste Zeit des Tages folgten wir einem Seitenarm der Donau, der Rackevei-Duna. Eine Reihe von Häusern säumte die einspurige, mit Schlaglöchern übersäte, unbefestigte Straße. Die Rackevei-Duna ist ein schöner Fluss, aber zu besiedelt für unseren Geschmack. Und alle schienen draußen zu sein und den Fluss zu genießen. Es war ein Feiertag und die Leute kühlten sich an einem so heißen Tag im Wasser ab. Wir hielten oft für kurze Pausen an, denn der Tag war lang und ich schmolz in der extremen Hitze dahin. 

Radreisender an einem heißen Tag
Ein heißer Tag an der Rackevei-Duna

Der größte Teil des Tages war auf der Straße, aber die letzten 10 km waren auf einem tollen Radweg nach Dunaföldvar. Um in die Stadt zu gelangen, überquerten wir eine sehr lange Brücke über einen anderen Donau-Seitenarm und den großen Fluss selbst, bevor wir auf einem ruhigen Campingplatz entlang des Flusses landeten. Zuerst waren wir die einzigen dort, aber dann kam ein ungarisches Vater-Tochter Paar auf Fahrrädern auf ihrer 3-tägigen Reise an, um die Oma zu besuchen. Der einzige andere Gast auf dem Platz war ein Holländer, der durch Ungarn reist und viel Erfahrung in Ungarn und auf dem Balkan hat. Es war wirklich lustig, mit ihm über seine Reisen zu sprechen.

Ein Campingplatz auf dem Donauradweg in Ungarn
Die herrliche Abendstimmung am Campingplatz

Tag 20: Dunaföldvar – Meszesidunapart (59km)

Heute war es noch heißer als gestern. Wir fuhren kilometerlang auf einem Radweg neben der Straße auf einem Deich. Es war toll, einen Radweg zu haben, aber der Gegenwind war furchtbar und ich fühlte mich wie eine Schnecke. Als der Deich endete, machten wir eine Pause in Harta neben einem Denkmal eines Traktors mit Stachelrädern. Es fühlte sich an, als hätten wir eine Ewigkeit vor uns und die Sonne war unerbittlich. Wegen der Sonne und des Windes brauchte ich alle zehn Kilometer eine Pause. Ich schmolz dahin und wir hatten noch nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter uns.

Kalocsa

Wir machten einen Abstecher vom Weg, um Kalocsa zu besuchen. Die Stadt ist berühmt für ihr Paprikagewürz, und sie haben sogar ein Paprikamuseum über ungarischen Pfeffer und eine riesige Kathedrale, die wir schon von weitem sehen konnten. Das Paprikamuseum war sehr gut gemacht mit englischen und deutschen Informationen. Uns gefiel, dass das Museum sowohl die Geschichte des Pfeffers in Ungarn als auch die lokale Kultur von Kalocsa erzählte. 

Das Paprikamuseum auf dem Donauradweg in Ungarn
Ganz schön scharf: Das Paprikamuseum in Kalocsa

Nach dem Museum fuhren wir in Richtung Meszesidunapart, wo uns Google Maps versichert hatte, dass eine Fähre uns zu einem Campingplatz bringen würde. Als ich im Dorf ankam, sah ich ein paar Schilder für einen Campingplatz, obwohl er nicht auf der Karte verzeichnet war. Ich war erleichtert, dass wir früher fertig waren und nicht auf eine Fähre warten mussten. Es stellte sich heraus, dass es keinen Campingplatz und keine Fähre gab. Während ich nach einem Campingplatz suchte, fragte ich in einem Restaurant „Camping??“. Der Besitzer antwortete mir auf Deutsch, dass wir dort auf dem Parkplatz zelten und die Toilette benutzen dürften.  

Wir bauten unser Zelt am äußersten Ende des Gras-Parkplatzes auf und sprangen sofort in die kühle Donau. Zuerst war das Wasser schockierend kalt für meine sonnenverbrannten Gliedmaßen, aber dann hatte ich es nicht mehr eilig, wieder herauszukommen. Es fühlte sich fantastisch an. Danach gingen C und ich ins Restaurant, um etwas Wein und ungarische Suppen zu probieren. Später waren die Mücken und Käfer so schlimm, dass wir ins Zelt gingen, ohne uns die Zähne zu putzen!

Tag 21: Meszesidunapart – Mohács (77km)

Schlaf war fast unmöglich. Die ganze Nacht über waren zwei Partys im Gange. Trotz der langen unruhigen Nacht erwartete uns ein schöner, sonniger Morgen mit einem fantastischen Blick auf die funkelnde blaue Donau. Nachdem wir fertig waren, fuhren wir einige Kilometer auf einem unbefestigten Weg auf der Spitze eines Deiches neben dem Fluss. Auch ohne Asphalt war das Fahren leicht und der Rückenwind tat nicht weh. Zu unserer Linken lagen Bauernhöfe und zu unserer Rechten riesig hohe Platanen. Unterwegs sahen wir zum ersten Mal in Ungarn Vieh, einige Kühe und Schafe. 

Baja

Baja wird passiert auf dem Donauradweg in Ungarn
Das Städchen Baja wird auch erkundet

Obwohl wir 40 km von unserem Startpunkt entfernt waren, erreichten wir Baja in kürzester Zeit. Wir schlossen die Fahrräder auf dem Hauptplatz ab und erkundeten die Stadt ein wenig. Beim Verlassen von Baja machten wir ein paar frustrierende falsche Abzweigungen, die Schlaglöcher und überwucherte Brennnesseln beinhalteten. Ansonsten war es ein perfekter Radtag – nicht zu heiß, Rückenwind und Natur entlang des Weges.  

Wir waren schnell gegenüber von Mohács, wo wir auf die Fähre warteten. Ein Radfahrer, den wir vorher gesehen hatten, kam zu uns rüber, um mit uns zu reden. Er fuhr mit seinem leicht bepackten Rennrad von knapp nördlich von Budapest, um Freunde in Mohács HEUTE zu besuchen. Für was wir 3 Tage brauchten, schaffte dieser Mann in einigen Stunden (es war gerade mal 15 Uhr!). 

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir in Mohács, hauptsächlich mit Essen.  

Tag 22: Monday Mohács – Suza (49km)

Wir verließen Mohács, indem wir dem asphaltierten Weg auf dem Deich folgten. Wir fuhren durch die letzten ungarischen Dörfer und dann waren wir in Udvar, dem allerletzten Dorf vor der Grenze. Die Schlange war lang. Bevor wir ausreisten, fragten wir den Beamten, ob ich als Amerikaner am nächsten Tag wieder einreisen dürfe (um zurück nach Berlin zu reisen). Ungarn hatte komplizierte Regeln, wer während der Pandemie einreisen durfte. Er versicherte uns, dass es morgen in Ordnung sein würde, aber nach dem 1. September konnte er es nicht sagen. Unser Reiseleiterin in Budapest hatte auch erwähnt, dass die Grenze dann geschlossen werden würde. 

In Kroatien tauchten in der Ferne sanfte Hügel auf und wir kamen ihnen näher, wissend, dass ein großer Hügel zwischen uns und unserem Ziel lag. Als wir den Hügel hinauffuhren, machten wir einen Umweg, indem wir in eine Seitenstraße einbogen und ihr sehr lang folgten. Es gab viele Weinberge entlang des Weges sowie Obstbäume: Apfel, Birne, Zwetschgen und Pfirsich. Am Ende tauchte ein großes weißes Denkmal auf: ein Mann, der einen Stern auf einer hohen Säule hochhält, mit Blick auf die Donau und Serbien auf der anderen Seite. Die Aussicht war unglaublich. Unten war ein Dorf und der Fluss umgab uns auf 3 Seiten. Ein paar Extrakilometer waren diese Aussicht auf jeden Fall wert.

Aussicht auf die Donau in Kroatien
In Kroatien angekommen – Aussicht auf die Donau und Serbien

Suza

Wir fuhren weiter, indem wir den steilen und gepflasterten Hügel hinunter radelten. Ehe wir uns versahen, waren wir in Suza. Es war ein kurzer Radtag, denn unser Ziel war es, nach Kroatien zu kommen. Morgen müssen wir zurück nach Ungarn radeln, um einen Zug nach Budapest und dann nach Berlin zu nehmen.

Der Campingplatz war neu, wirklich nett und gut durchdacht. Da es noch früh am Tag war, schauten wir nach, was es in der Stadt zu tun gab und fanden einige Weingüter. Wir suchten uns eines aus und fuhren mit den Rädern dorthin. In der Pinkert Winery sprach die Frau im Büro fast kein Englisch, bot uns aber eine Verkostung an. Wir sprachen auf Englisch und sie antwortete mit Handbewegungen und Kroatisch. Es war eine lustige Zeit. Wir haben so viele verschiedene Weine probiert! 

Zurück im Camp lud uns der Nachbar von nebenan zu sich ein. Wir unterhielten uns mit ihm und seinem Freund bei ein paar Bieren in dem Garten in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Es war wirklich nett, mit ihnen über alles zu reden, vom Tourismus in der Region über die europäische Politik, die Pandemie und das Leben in den USA. 

Am Abend waren die Mücken bösartig. Die letzte Nacht auf dem Trail war wieder eine frühe Nacht. Aber wir hatten ein paar wunderbare Stunden in Kroatien und viele feierliche Drinks gehabt. 

Wer eine Radtour machen möchte, empfehle ich herzlich den Donauradweg. Für Neueinsteiger ist die Strecke von Passau nach Wien sehr gut geeignet, weil sie so toll ausgebaut ist. Wer es abenteuerlicher mag, für den ist die Strecke von Wien durch Ungarn zu empfehlen. Zwar ausgeschildert, aber nicht so für Touristen aufgebaut wie man es vielleicht gewohnt ist. Doch es gibt viele Radwege und falls man auf der Straße fahren muss, sind die Autos sehr rücksichtsvoll.

Christine hat Deutschland als Wahlheimat und schreibt gerne darüber auf ihrem Blog, ChrisCrossingGermany.

Hauptsächlich geht es um Wandern, zum Beispiel in Brandenburg, auf Premiumwegen, oder auf dem Westweg, und Radfahren wie die 100 Schlösser Route, das Berlin-Copenhagen Radweg, und die Berlin-Usedom Radweg.

Man findet sie auch auf Instagram, Facebook, und Pinterest

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Wanderspirit Patrick Fischer Wanderer


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Als ich im Sommer 2020 einmal durch Deutschland gewandert bin, habe ich beschlossen, mich noch intensiver mit dem Thema Gehen zu beschäftigen. Über Wanderspirit möchte ich dich mit auf den Weg nehmen.

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