→ 15,2 km | ↑ 237 hm | ↓ 952 hm
Einmal einen Gletscher hautnah erleben – davon träumte ich schon lange. Dafür ist keine aufwändige oder gar gefährliche Expedition nötig. Der größte und längste Gletscher der Schweizer Alpen, der Grosse Aletschgletscher im Kanton Wallis, lässt sich während einer moderaten Tageswanderung bestaunen. Definitiv einer meiner eindrucksvollsten Erlebnisse!
Anreise / Seilbahnen
Wir sind am frühen Morgen aus Deutschland mit dem Zug angereist. Direkt am Bahnhof „Bettmeralp Talstation“ fährt die erste Seilbahn ins Bergdorf Bettmeralp. Dort geht’s einmal zu Fuß durch den Ort, um dann die zweite Seilbahn zum Bettmerhorn zu nehmen. Und plötzlich steht man auf über 2600 m ü. NHN. Ein überwältigendes Gefühl, auf das Alpenpanorama zu blicken.
Der Wanderweg ist schnell gefunden, wir schlagen die Route Richtung Märjelenseen ein. Schon nach kurzer Zeit erblicken wir ihn – den Grossen Aletschgletscher.


Beschreibung der Wanderung
Anfangs teilen wir den Blick mit vielen Touristen, doch die meisten bleiben in der Nähe der Bergstation. Für uns geht’s weiter und schon bald sind wir die meiste Zeit allein unterwegs. Die Wanderung führt die ersten Kilometer parallel zum Gletscher. Kurz vor dem Erreichen der Märjelenseen, wo sich der Weg vom Gletscher entfernt, gibt’s die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher direkt an den Gletscher zu machen. Der Weg ist etwa 400 Meter lang, ziemlich steil und anspruchsvoll.



Zurück auf dem Trail passieren wir das Restaurant Gleschterstube. Auch Übernachtungen sind hier möglich. Dann geht’s für uns erst einmal in den Berg. Der ein Kilometer lange Tälligrattunnel ist schon ein Erlebnis für sich. In den 80ern wurde er für die Trinkwasserversorgung umliegender Gemeinden gebaut und wird noch immer dafür genutzt.

Auf der Ostseite des Tunnels bietet sich plötzlich ein ganz anderes Bild. Wir blicken auf ein bewohntes Tal – hier hat der Gletscher schon sein Werk vollendet – und ein schönes Bergpanorama dahinter. Die Pfade werden zu breiten Wegen und von nun an geht’s stets leicht bergab. So können wir die Landschaft mit allen Sinnen genießen und müssen uns nicht mehr auf das Gehen konzentrieren.


Abkürzung
Nach genau 10 Kilometer besteht die Option, die Seilbahn ins Tal nach Fiesch zu nehmen. Von dort fährt dieselbe Bahn wie von Bettmeralp Talstation. Wir sind die restlichen 5 Kilometer zu Fuß gegangen und am späten Nachmittag glücklich in Bettmeralp angekommen.


Jahreszeiten
Immer wichtig in den Alpen: Oft liegt auch im Juni noch viel Schnee und die Wege können geschlossen sein. Denn die Wanderwege werden im Winter nicht geräumt. So ist die Wanderung in manchen Jahren erst im Juli möglich. Darum vorab den Status auf Outdooractive checken, der von der Aletsch Arena AG verwaltet wird. Dasselbe gilt für den Herbst.
Schwierigkeit
Die Westseite, auf der die Wanderung beginnt, ist der anspruchsvollste Teil. Es geht vor allem anfangs immer wieder etwas steiler über größere Steine hinweg abwärts. Das Gute: So kannst du direkt austesten, ob du dir die Wanderung zutraust, ohne weit zurückgehen zu müssen. Mit der Zeit wird die Wanderung immer leichter. Exponierte Stellen an steilen Hängen müssen nicht passiert werden. Ich habe keine Bewertung der schweizer T-Skala gefunden, würde sie aber als T2 und an wenigen Stellen als T3 einstufen.
Impressionen




























