Meine Anfängerfehler beim Trekking – Mach es besser!

Anfängerfehler beim Trekking - Wanderer in den Bergen in Israel

Es ist noch kein Trekking-Meister vom Himmel gefallen, sagt man. Ich gehöre zur Gruppe “Einfach mal drauf los laufen und schauen was passiert” und habe unterwegs so einige Lektionen verpasst bekommen. Gute Entscheidung, dass du hier bist und von meinen Anfängerfehlern beim Trekking lernen möchtest. Für mich ist es hoffentlich auch hilfreich, darüber zu reflektieren und diesen Artikel zu schreiben. Denn ich erwische mich manchmal immer noch dabei, die selben Fehler zu wiederholen. Manche können einem die Freude beim Trekking nehmen, andere gar gefährlich werden. 

Schlechte Planung

Der Winter hatte sich verabschiedet, die Sonne kam raus und für mich war es an der Zeit für die erste Trekking Tour des Jahres. Als ich an Tag 3 auf 1000 Meter Höhe ankam, stand ich plötzlich mit meinen Turnschuhen im Schnee. Und es sollte noch bis auf 1400 Meter hochgehen. Es war mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass in den Bergen ja eventuell noch Schnee liegen könnte. Mit etwas mehr Planung vorab wäre mir das nicht passiert. Spontanität ist super, aber grundsätzliche Dinge sollten geplant werden. Um ein paar Beispiele zu nennen:

  • Wie sind die Wetterverhältnisse? (Gewitter, Schnee,…)
  • Wie viele Wasserquellen gibt es unterwegs etwa?
  • Wo kann ich einkaufen?
  • Ist der Weg gut markiert?
  • Wo sind Naturschutzgebiete? (vor allem wichtig beim Wildcampen)

Tour unterschätzen

“Ach, sind ja nur 80 km. Sollte in 3 Tagen machbar sein.” Anfangs habe ich oft nur die Länge der Tour angeschaut und die Höhenmeter ignoriert. Ich wusste zwar, dass die Strecke im Gebirge liegt und es auch mal hoch hinaus geht, doch berücksichtigt hatte ich es nicht. So wurde ich dann vor Ort auf den Boden der Tatsachen geholt. Daher wisse nicht nur wie weit du am Tag laufen kannst, sondern auch wie viele Höhenmeter du durchschnittlich schaffst. 

Bergab laufen

Einen Gipfel zu erreichen, ist ein herrliches Gefühl. Der größte Kraftakt war getan und jetzt geht es ja nur noch bergab. So dachte ich zumindest früher und habe beim Bergab laufen ordentlich aufs Tempo gedrückt. Dass ich dabei meine Muskeln und vor allem auch meine Knie ordentlich beanspruchte, kam mir erst in den Sinn, als ich es zu spüren bekam. Plane für den Abstieg mindestens genauso viel Zeit ein wie für den Aufstieg. Mache regelmäßig Pausen und nutze wenn möglich *Trekkingstöcke. Meine Knie hatten sich bei den ersten Abstiegen noch nicht gemeldet. Doch wenn es so weit ist, ist es vielleicht schon zu spät und du gefährdest die Tour und deine Gesundheit. 

Anfangs zu viel laufen

Bei meiner Wanderung durch Deutschland bin ich die ersten Tage durchschnittlich 30 km am Tag gelaufen. Und das im Schwarzwald über die höchsten Berge. Die Tage waren lang, ich voller Energie und die Anfangseuphorie grenzenlos. Nach einigen Tagen ging dann so gut wie gar nichts mehr. Ich hatte meinem Körper keinerlei Zeit gegeben, sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Als ich mich erholt hatte, habe ich mich gezwungen, in den ersten Tagen unter 20 km zu bleiben.

Keine Pausentage

Auf den letzten Tagen meiner Deutschland Tour, hatte ich ziemlich mit Erschöpfung zu kämpfen. Als ich zurück blickte, fiel mir auf, dass der letzte vollständige Pausentag 1500 km zurück lag. Es waren zwar auch Tage dabei, an denen ich nur 5 km gelaufen bin, doch nie habe ich 2 Nächte an derselben Stelle verbracht. Dabei sind Nulltage, so werden Pausentage auch genannt, enorm wichtig für die Regeneration. Die Quittung habe ich am Ende der Reise bekommen.

Zu viel Gepäck

Auf meinen ersten beiden Trekking Touren in Israel und Schottland war ich völlig überladen. Ich hatte einen überdimensionalen Rucksack dabei, den ich neben Nützlichem auch mit Dingen aus der Kategorie “wer weiß, vielleicht brauch ich das unterwegs” gefüllt habe. Das Ergebnis waren 25 km auf meinem Rücken. Inzwischen weiß ich, dass ich nicht jeden Tag ein frisches T-Shirt brauche und dass mein *Schlafsack keine 2 kg wiegen muss. Du musst nicht von Anfang an die perfekte ultraleichte Ausrüstung haben. Doch überlege dir gut, was du wirklich brauchst. Tipps, um dein Gewicht auf dem Rücken zu reduzieren, findest du hier

Wasserfilter überschätzen

Als ein Freund und ich vor Jahren zum ersten mal einen *Filter dabei hatten, gab es natürlich erstmal einen Härtetest. Wir mussten ja herausfinden was das Teil kann. Nachdem wir das Wasser aus einem Tümpel gefiltert hatten, lagen wir drei Tage flach. Ein gewöhnlicher Filter hält zwar alle Bakterien zurück, doch vor Viren und Chemikalien schützt er nicht. Wahrscheinlich waren im Gewässer tote Tiere, die für die Virenbelastung sorgten. Inzwischen weiß ich genau, wo ich bedenkenlos filtern kann und von welchem Wasser ich Abstand halte. Einen Artikel zum Thema Trinkwasser beim Trekking findest du hier

Falscher Schuh

Je länger die Wanderung, desto wichtiger ist es, einen Wanderschuh zu tragen, der über die Knöchel geht. Das war meine Vorstellung, die unsinnig ist. Auf meiner Deutschland Wanderung hatte ich das Gegenteil an: Barfußschuhe. Ein Schuh wiegt weniger als 200 g und ich bin auf 2000 km nicht einmal umgeknickt. Sicherlich lag das auch am meist einfachen Terrain. Doch wenn man den Muskeln am Fuß regelmäßig die Möglichkeit gibt, selbst zu arbeiten und sie nicht in einen starren Schuh packt, muss man auch keine Sorge vor schwierigem Gelände haben. Hilfreich ist ganz bestimmt auch das reduzierte Gewicht auf dem Rücken. Du musst natürlich nicht gleich mit einem Barfußschuh durchstarten, aber merke dir, dass eine Wanderung keinen Wanderschuh voraussetzt. Meine Erfahrung mit den Barfußschuhen habe ich hier festgehalten.

Sonnenschutz

Beim Trekking bist du so gut wie immer draußen und somit ordentlich UV-Strahlung ausgesetzt. Sonnenschutz habe ich anfangs vor allem bei bewölktem Himmel unterschätzt. Doch die Strahlung kann durch eine dünne oder gebrochene Wolkendecke sogar verstärkt werden. Daher ist für mich *Sonnencreme außer an Regentagen Pflicht. Inzwischen versuche ich mich zusätzlich durch lange Kleidung und mit einem *Cappy zu schützen. Manche nutzen auch einen Schirm beim Trekking, wenn die Sonne besonders stark ist. 

Du wirst bestimmt auch irgendwann zurückblicken und es besser wissen. Manches kann man von anderen lernen und bei machen Dingen muss man einfach selbst in den sauren Apfel beißen.

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Wanderspirit Patrick Fischer Wanderer


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Als ich im Sommer 2020 einmal durch Deutschland gewandert bin, habe ich beschlossen, mich noch intensiver mit dem Thema Gehen zu beschäftigen. Über Wanderspirit möchte ich dich mit auf den Weg nehmen.

Patrick


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