Spaziergang am Morgen – Wieso ich direkt nach dem Aufstehen gehe

Schafe auf Weide bei Spaziergang am Morgen

6:00 Uhr – Der Wecker klingelt
6:02 Uhr – Ich ziehe mich an
6:03 Uhr – Ich gehe auf die Toilette
6:04 Uhr – Ich trinke ein Glas Wasser
6:05 Uhr – Ich gehe spazieren

So sieht mein Morgen seit einiger Zeit aus. Zugegeben, meistens klingelt der Wecker nicht ganz so früh, aber der Ablauf ist immer derselbe. Ich möchte gerne meine Gedanken zu meiner liebsten Gewohnheit mit dir teilen. Was motiviert mich, einen Spaziergang am Morgen zu machen?

Körper und Geist durchlüften

Beginnen wir mit einem recht offensichtlichen Punkt: Frische Luft. In der ersten Woche habe ich gemerkt wie schnell ich wach werde, wenn ich direkt raus gehe. Dafür brauche ich keinen Kaffee und keine kalte Dusche. Körper und Geist werden nach einer Nacht in einem relativ stickigen Raum durchgelüftet. Während ich die ersten Meter noch schlaftrunken über den Gehweg irre, bin ich kurz darauf schon völlig präsent. Im Winter trägt sicherlich die kalte Luft dazu bei, das System hochzufahren, doch auch im Sommer ist die Sauerstoffzufuhr am Morgen ein Segen. Die unverbrauchte Luft sorgt generell für eine friedliche Atmosphäre, die ich gerne nutze, um einen neuen Tag einzuläuten. 

Dazu kommt die Bewegung. Der Körper kommt nach der Ruhephase direkt wieder in Fahrt. Es heißt ja, man soll 10.000 Schritte am Tag sammeln. Mit einem Spaziergang am Morgen hab ich gleich schon den Anfang gemacht.

Tageslicht am Morgen sorgt für besseren Schlaf

Das mag zunächst merkwürdig klingen, doch wer sich kurz nach dem Aufstehen Tageslicht aussetzt, schläft besser. Das hängt mit den Hormonen in unserem Körper zusammen. Das Tageslicht setzt einerseits Cortisol frei, was unserem Körper das Signal gibt, wach zu werden. Es hilft uns auch, durch den Tag fokussierter zu sein. Zudem wird durch das Tageslicht ein Timer für die Ausschüttung von Melatonin gesetzt.1 Melatonin sorgt dafür, dass wir abends müde werden und gut schlafen. Und einfach ans Fenster sitzen funktioniert nur bedingt, denn das Licht wird durch die Scheibe gefiltert. 

Das alles ist recht einleuchtend, denn unsere Vorfahren sind morgens bestimmt nicht lange in ihren Höhlen geblieben. Unser Körper hat sich so programmiert und wir haben die Chance das auszunutzen. Aufmerksam gemacht hat mich darauf Dr. Andrew Huberman, ein Neurowissenschaftler, der vor allem am Thema Schlaf forscht.2

Gesunde Routine für einen besseren Tag

Auch mental ist es wertvoll, da ich den Tag damit beginne, mir etwas Gutes zu tun. Ich starte mit etwas, das ich sowieso gerne mache. Durch diese gesunde Routine verhindere ich beispielsweise, dass ich als erstes mein Smartphone in die Hand nehme. Eine Studie von Deloitte aus dem Jahre 2018 zeigt, dass 41% der Deutschen in den ersten 15 Minuten nach dem Aufwachen ihr Smartphone checken.3 Über die Folgen für unser Gehirn und unsere Psyche könnte man Bücher füllen. Beispielsweise startet man den Tag reaktiv. Das Gehirn wird mit Infos bombardiert und ist direkt im Alarmmodus, was sich den Tag über durchzieht. Dadurch, dass ich zunächst spazieren gehe, bestimme ich die ersten Handlungen ganz bewusst. Ich setze damit den Grundton für den kompletten Tag.

Ein netter Nebeneffekt dieser Gewohnheit: Was habe ich schon für epische Sonnenaufgänge dadurch erlebt! Ich achte nicht darauf, dass ich genau zum Sonnenaufgang aufstehe, aber da ich das täglich mache, ergibt es sich hin und wieder ganz automatisch. Mein Highlight war eine Morgenrunde, bei der die blutrote Sonne zu meiner Rechten aufging und der riesig wirkende Mond zu meiner Linken unterging. Ich war völlig überwältigt von diesem Moment und hätte ihn nicht erlebt, hätte ich keinen Spaziergang am Morgen gemacht. 

Es spielt überhaupt keine Rolle, ob du auf dem Land oder in einer Großstadt lebst. Der Effekt ist für mich an jedem Ort derselbe. Also raus aus dem Bett und ab in die Schuhe!

Quellen: 

1https://ehp.niehs.nih.gov/doi/10.1289/ehp.116-a160

2https://tim.blog/2021/07/08/andrew-huberman-transcript/

3https://www.zeitfokus.de/downloads-public/documents/deloitte/258-deloitte-studie-im-smartphone-rausch-deutsche-mobilfunknutzer-im-profil/file

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