6 Tipps für umweltbewusstes Wandern

Wanderer im Wald, umweltbewusstes Wandern

“Wandern ist schädlich für die Umwelt.” Diesen und ähnliche Sätze habe ich in letzter Zeit häufig gelesen. Vor allem ausgelöst durch Menschenmassen, die im schneereichen Corona-Winter 2021 die beliebten Wanderregionen gestürmt haben. Für viele war es die einzige Möglichkeit mal raus zu kommen und etwas anderes zu sehen als die eigenen Vier Wände. Doch man muss unbedingt unterscheiden: Wie so oft kommt es auf das “wie” und nicht auf das “was” an. Ich halte einen Wanderurlaub immer noch für eine der nachhaltigsten Arten zu Reisen, wenn man es richtig anstellt. Hier bekommst du 6 Tipps für umweltbewusstes Wandern.

1. Planung

Schon bevor deine Wanderung überhaupt startet, kannst du Gutes tun. Tatsächlich leidet die Natur in Regionen, die touristisch überlaufen sind. Daher suche dir möglichst nicht den beliebtesten Wanderweg raus. Meistens sind die Wege, die niemand auf dem Schirm hat, genauso reizvoll. Da die touristische Infrastruktur nicht so ausgebaut ist, sind sie sogar oft authentischer. Und wer will schon alle paar Meter auf andere Wanderer stoßen, wenn er stundenlang die Ruhe auf den einsamen Wegen genießen kann?

2. Anfahrt

Das Schöne an Europa ist, dass fast alle Flecken irgendwie mit Bus und Bahn erreichbar sind. Natürlich wäre es am besten, wenn du alle Wanderungen so nah wie möglich an deinem Zuhause machen würdest. Doch es ist völlig verständlich, dass du auch Regionen darüber hinaus erkunden willst. Da spricht meiner Meinung nach überhaupt nichts dagegen. Und wenn es etwas weiter weg geht: Versuche trotzdem mit Bus und Bahn anzureisen. Es ist absolut verlockend, einfach ins Flugzeug zu steigen und kurz später schon am Ziel zu sein. Doch das ist nicht nur umweltschädlich, auch widerspricht es dem Wesen des Wanderns. Du möchtest doch raus aus der Hektik des Alltags und entschleunigen. Starte damit direkt bei der Anreise.

Ich möchte damit nicht sagen, dass auf jegliche Flugreisen verzichtet werden soll. Doch halte sie im Rahmen und wenn, dann bleibe nicht nur für eine Woche am Ziel. Fliege lieber einmal weniger und nimm dir dafür mehr Zeit, die Region zu erkunden. So kannst du auch richtig abschalten und die Wanderung genießen.

3. Gast in der Natur

Beachte einige Regeln und die Natur wird es dir danken. Verlasse Wanderwege nur wenn es sein muss. In Naturschutzgebieten sollte es gänzlich vermieden werden. Auch wildes Zelten ist hier ein Unding.

Wandere nicht nachts und möglichst auch nicht in der Dämmerung. Diese Zeiten gehören den Waldbewohnern und sind für sie lebenswichtig.

Im Winter gibt es teilweise Schutzzonen, die für Menschen gesperrt sind. Auch sonst ist in der kalten Jahreszeit mehr Achtsamkeit wichtig, da die Kälte für die Tiere herausfordernd ist. Wenn sie vor dir fliehen müssen, kann das die Energiereserven so sehr aufbrauchen, dass sie nicht überleben. Auch hier gelten die zwei Grundregeln: Wege nicht verlassen und nur bei Tageslicht wandern.

4. Spuren

Jeder der diesen Artikel liest, wird seinen Müll nicht einfach in der Natur liegen lassen. Kleiner Tipp dazu: Ich habe immer ein paar Müllbeutel dabei, um meinen Müll besser zu transportieren. Diesen hänge ich einfach außen an den Rucksack. Versuche bei der Essensplanung, Verpackungen zu reduzieren. Zum Beispiel verzichte ich auf Müsliriegel, die einzeln in Plastik verpackt sind. Nimm lieber eine Packung Nüsse oder Trockenfrüchte mit. Und wenn ich länger unterwegs bin, versuche ich so oft wie möglich auf lokalen Märkten einzukaufen. So unterstützt du gleichzeitig noch die Region, anstelle der großen Supermarktketten.

Und Augen auf: Die Natur hält auch so einige unverpackte Kostbarkeiten bereit. Ich liebe es, frisch gepflückte Beeren aus dem Wald zu essen. Wenn du unterwegs hier und da noch Müll anderer aufsammelst, hast du einen Orden verdient!

Spuren, die man vor allem auf beliebten Wanderwegen immer wieder antrifft, sind Landminen, die unter Toilettenpapier versteckt sind. Zu diesem Thema habe ich einen ganzen Artikel geschrieben. Wichtig: Buddel deine Hinterlassenschaft ein. Ich nutze dafür eine *spezielle Schaufel, die für diesen Zweck produziert wird.

Zusatztipp: Bananenschalen gehören auch in den Müll, da sie ewig brauchen bis sie verrotten und die Pestizide die Umwelt belasten.

5. Hygieneprodukte

Der Punkt ist vor allem relevant, wenn du mehrere Tage unterwegs bist. Achte bei den Produkten, die du Outdoor verwendest, dass sie biologisch abbaubar sind. Ich persönlich habe eine feste Seife dabei, die ich in einer Seifentasche transportiere. Wasche dich niemals mit Seife, Duschgel oder Shampoo in einem Gewässer. Halte einige Meter Abstand, um dem Organismus im Wasser nicht zu schaden.

Ein heikles Thema, das vielen gar nicht bewusst ist, sind Sonnencremes. Vor allem unsere Meere leiden ganz schön darunter. Im besten Fall gehst du nicht mit Sonnencreme auf der Haut in ein Gewässer. Und verwende eine *mineralische Creme statt eine chemische, da diese weniger schädliche Inhaltsstoffe enthält.

6. Ausrüstung

Je nachdem was du genau vorhast, braucht es entsprechende Ausrüstung. Doch eins ist sicher: Du brauchst nicht die neuste Wanderkollektion deines Sporthändler des Vertrauens. Die meisten Sachen wirst du sowieso schon zu Hause haben. Und manches findest du vielleicht auch gebraucht. Und wenn du doch etwas Neues kaufen musst, weil dir vielleicht noch ein passender Schlafsack für die Trekking-Tour fehlt, gib lieber ein paar Euro mehr aus. Qualität zahlt sich in dem Fall doppelt aus. Erstens wirst du damit unterwegs zufriedener sein und zweitens halten hochwertige Produkte meist deutlich länger. Das freut die Umwelt wiederum. Ich achte auch darauf, dass die Produkte möglichst nachhaltig und im besten Fall sogar in Europa hergestellt werden. Hier findest du eine Liste meiner Ausrüstung für die nötige Inspiration.

Falls du etwas nicht mehr brauchst, schmeiß es nicht gleich in die Tonne. Verkaufe oder verschenke es, z. B. auf eBay Kleinanzeigen. Falls du es dort nicht los wirst: Es gibt Läden, die deine alten Kleider und Schuhe annehmen, um diese zu recyceln. Du musst sie auch nicht dort gekauft haben. Globetrotter bietet diesen Service z. B. an.

Und noch ein letzter Tipp: Bevor du etwas aussortierst, versuche es zu reparieren. Bei meinem Rucksack ist zum Beispiel der Hüftgurt gerissen. Ich hab ihn bei einem Täschner (ja, sowas gibts noch) reparieren lassen.

Ich versuche meine Ausrüstung so nachhaltig wie möglich zu halten

Keine Sorge, du musst nicht alles perfekt machen. Beherzige die Tipps für umweltbewusstes Wandern so gut du kannst. Wie so oft sind die kleinen Schritte entscheidend. Und wenn du jedes mal einen Punkt mehr beherzigst und anderen ein gutes Vorbild bist, hast du schon einiges bewegt. Und wer viel in der Natur unterwegs ist, wird mit der Zeit von selbst bewusster mit ihr umgehen. Denn so merkt man, für was es sich lohnt, auch mal die unbequemeren Wege zu gehen. 

Der Artikel enthält *Affiliate Links. Wenn du darüber das Produkt bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten und du unterstützt dabei die Website. 

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Als ich im Sommer 2020 einmal durch Deutschland gewandert bin, habe ich beschlossen, mich noch intensiver mit dem Thema Gehen zu beschäftigen. Über Wanderspirit möchte ich dich mit auf den Weg nehmen.

Patrick


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