Trekking Fachbegriffe – Was bedeuten eigentlich Biwak, Thru-Hike, usw?

Trekking Fachbegriffe - Steinhaufen in Heidelandschaft bei blauem Himmel

Wenn man sich neu mit dem Thema beschäftigt, wird man erstmal von der Trekking Sprache erschlagen. So ging es mir jedenfalls anfangs. Hier findest du eine Sammlung der Trekking Fachbegriffe und eine Erklärung dazu, alphabetisch geordnet. 

Basisgewicht

Das Gewicht des Gepäcks ohne Proviant, also Wasser und Essen. Allerdings gibt es verschiedene Ansätze, was alles dazu gezählt wird. Manche zählen die Kleidung und zusätzliche Taschen (wie z. B. Brusttaschen) dazu und andere berücksichtigen nur das Gewicht des Rucksacks, inkl. Inhalt. Ich bin der Meinung, dass alles was man dabei hat, also auch die Unterhose am Körper, mitzählen sollte, um einen aussagekräftigen Wert zu bekommen. Schließlich schleppt man all das den ganzen Weg mit und wechselt auch mal die Kleidung (wenn auch selten).

Biwak

Der Begriff hat schon im 17. Jahrhundert seinen Ursprung. Damals wurde von Beiwache gesprochen. Damit wurden Feldlager bezeichnet, die errichtet wurden, um frühzeitig herannahende Feinde zu erkennen. Im Militär spricht man noch heute beim Zeltlager von einem Biwak. 

In der Bergsteiger-, bzw. Trekkingwelt bezeichnet man damit ein behelfsmäßiges Nachtlager. Meist legt man sich mit seinem Schlafsack nur in einen Biwaksack, der vor dem Wetter schützen soll. Vor allem im Bergsport spricht man von einem Notbiwak, wenn man ungeplant ein Nachtlager errichten muss. Z. B. wenn ein Wetterumschwung ein Weiterkommen zu gefährlich macht. Ein geplantes Biwak ist in Deutschland genauso wie das Wildcampen verboten. 

Fernwandern

Ich verwende den Begriff als Synonym zum Trekking. Leichte Abgrenzungen sind für manche, dass beim Fernwandern häufiger in festen Unterkünften geschlafen und meist einem bestimmten Fernwanderweg gefolgt wird. Der Alpenverein geht einen Schritt weiter und setzt für eine Fernwanderung voraus, dass mindestens 500 km zurückgelegt werden und durch drei Staaten gelaufen wird. 

Flip Flop

Den Begriff hab ich zunächst ein paar mal in einem Podcast gehört und hab mich gefragt wer auf die Idee kommt mit diesem Schuh zu wandern. Doch damit ist etwas ganz anderes gemeint. Und zwar bezeichnet man so eine spezielle Streckenaufteilung bei einer Fernwanderung. Man startet nicht am offiziellen Beginn des Weges, sondern an einem anderen beliebigen Punkt. Wenn man am Ende oder Start des Trails angekommen ist, fährt man zurück zum eigenen Ausgangspunkt und läuft dann in die andere Richtung.
Wieso all der Aufwand? Einerseits kann man bei bekannten, langen Wanderwegen so den Massen aus dem Weg gehen, die oft zur selben Zeit im Frühling starten. Andererseits kann man dadurch mit einer guten Planung zu kaltes oder heißes Wetter vermeiden.

Lagern

Von Lagern spricht man, wenn man sich bei einer meist längeren Pause einrichtet. Hierbei kann man sich auch vor Wind und Wetter schützen und beispielsweise ein Tarp oder Zelt aufbauen. Das Lagern geschieht meist tagsüber. Die Abgrenzung zum Wildcamping ist nicht immer eindeutig und rechtlich eine Grauzone. Im Prinzip ist Lagern in Deutschland nicht verboten, außer in Naturschutzzonen. 

Pilgern

Wenn die lange Wanderung ein religiöses oder spirituelles Motiv hat. Besonders auf dem Jakobsweg sind viele Pilger anzutreffen. Oft begeben sich die Pilger auf eine Reise, um sich selbst und/oder Gott näher zu kommen. 

Schutzhütte

Vor allem in Wäldern sind immer wieder Hütten zu finden, die als Schutzhütten bezeichnet werden, da sie Forstarbeiter, Jäger und Wanderer vor Unwetter schützen. Meist sind sie zu einer oder zwei Seiten hin geöffnet und spärlich ausgestattet mit Bänken und Tischen. Sie bieten keinen vollständigen Schutz bei Gewitter und Stürmen. Doch wenn es schnell gehen muss und keine Alternative in Reichweite ist, sind besser Schutzhütten aufzusuchen, als draußen zu bleiben. Schutzhütten werden gerne auf Trekking-Touren zur Übernachtung genutzt. Meine Erfahrung ist, dass das geduldet wird, auch wenn es gesetzlich nicht erlaubt ist. 

Section Hiking (Etappen Wandern)

Davon spricht man, wenn ein Fernwanderweg in mehreren Touren absolviert wird. Das Ziel ist den Weg in mehreren Monaten oder sogar Jahren komplett zu wandern. Die einzelnen Touren können einen Tag aber auch mehrere Monate betragen. 

Speed Hiking

Das Ziel beim Speed Hiking ist einen Wanderweg in möglichst kurzer Zeit zu wandern, um so viel wie möglich zu sehen. Gerade wenn die Zeit begrenzt ist, kann das eine Alternative sein. Das ist sicherlich nicht Jedermanns Sache und für einige widerspricht es dem Wesen des Wanderns. Aber das Schöne: Jeder hat die freie Wahl und kann so wandern wie es für einen selbst passt. 

Thru-Hiking

Wenn ein Fernwanderweg in einer Tour durchgewandert wird, spricht man von Thru-Hiking. Der Wanderer wird Thru-Hiker genannt. Geprägt wurde der Begriff in den USA, wo es drei bekannte Fernwanderwege mit je über 3500 km gibt. Immer mehr Menschen versuchen sich an einem Thru-Hike auf langen Trails. 

Trail Magic / Trail Angel

Dieser Begriff stammt auch aus der Trekking Community der USA. Bei einer Fernwanderung wird jeder früher oder später einen magischen Moment erleben, der mit den Menschen vor Ort zusammenhängt. Das kann eine Einladung zum Essen sein, eine Mitfahrgelegenheit oder sogar eine Übernachtungsangebot. Diese Momente kommen oft absolut unerwartet und lösen bei all dem Komfortverzicht zuvor unvergleichbare Glücksgefühle aus. Daher der Begriff Trail Magic (Wanderweg Zauber). Die Personen, die für die Magie sorgen, werden Trail Angels (Engel) genannt. Meist ergeben sich die Momente spontan, wenn die Personen aufeinander treffen. Manche Personen, die an den Wegen wohnen, wollen aber auch bewusst Gutes tun und stellen z. B. kühle Getränke an den Weg. 

Trail Running

Im Gegensatz zum Speed Hiking wird beim Trail Running gejoggt. Oft werden Wege mit einigen Höhenmeter aufgesucht, um das eigene Limit zu erreichen. Es finden sogar Wettbewerbe statt, an denen sich die Trail Runner messen. Gerade bei gefährlichen Passagen mit engen Pfaden an Abgründen ist eine jahrelange Wander- und Lauferfahrung zwingend notwendig. 

Trekking

Mehrtägige Wanderungen, bei denen meist auf feste Unterkünfte verzichtet und draußen mit Zelten oder Ähnlichem übernachtet wird. Eine Trekking-Tour kann auch in Regionen stattfinden, die keine festen Wanderwege bieten. 

Trekkingplätze

So werden Plätze bezeichnet an denen man legal wildcampen darf. Meist müssen Trekkingplätze gebucht werden und es steht eine spartanische Infrastruktur aus Holzplattform, Komposttoilette und Feuerstelle bereit. Wo solche Plätze zu finden sind und weitere Infos dazu findest du hier.

Ultraleichtwandern / Ultraleicht Trekking

Hier geht es um das Basisgewicht, was weiter oben definiert wurde. Wenn das Gewicht deiner Ausrüstung (ohne Proviant) unter 10 Pfund (4,5 kg) liegt, bist du ultraleicht unterwegs. In Europa liegt die Grenze der Einfachheit halber bei 5 kg. Wenn du zwischen 5 und 9 kg dabei hast, spricht man von Leichtwandern oder vom traditionellen Trekking. Eine weitere Kategorie, die ich auch erst 2020 kennengelernt habe, ist das Superultraleicht Trekking. Hier beträgt das Basisgewicht gerade mal 2,5 kg (streng genommen 5 Pfund). Und das ist inklusive Schlafsystem. Ich habe einen verrückten Typen auf meiner Tour durch Deutschland getroffen, der so unterwegs war. 

Auch so kann man mehrere Tage wandern und dabei draußen schlafen

Wildcamping

Die Bezeichnung für das Übernachten in der Natur, außerhalb von offiziellen Campingplätzen. Ob legal oder illegal spielt keine Rolle. In Deutschland ist Wildcampen nicht erlaubt. In Ländern wie Schweden, Schottland oder Estland hingegen schon. Es können ordentliche Geldbußen bis zu 5000 € fällig werden, wenn man hierzulande trotz Verbot wild zeltet.

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Vorschläge

Wanderspirit Patrick Fischer Wanderer


Hey hey!

Als ich im Sommer 2020 einmal durch Deutschland gewandert bin, habe ich beschlossen, mich noch intensiver mit dem Thema Gehen zu beschäftigen. Über Wanderspirit möchte ich dich mit auf den Weg nehmen.

Patrick


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